Wingert Stories

Herzlich willkommen zum
2H-Weinbergklatsch!

Erfahren Sie, welche Erfahrungen wir im Lauf des Winzerjahres machen und verfolgen Sie den Aufbau unseres Weingutes – wir wünschen Ihnen viel Freude bei der Lektüre.

Frühjahr 2021:

Alle Reben sind gut durch den Winter gekommen. Im Februar haben wir einen sanften Rebschnitt durchgeführt und bei den älteren Stöcken die Fruchtruten festgelegt. Das Jungfeld kam später dran, hier haben wir für den weiteren Stockaufbau zum Teil kräftig zurückgeschnitten, um die Reben nicht unnötig „auszulaugen“. Auch wenn die Pflanzen nach drei bis vier Jahren Standzeit erste Weine liefern, richtig ausgereift sind sie erst nach etwa 10 Jahren und die Trauben entfalten ihr sorten- und standortspezifisches Aroma und Säureschema.

Im Mai haben wir einen weiteren Hang bepflanzt – 600 Reben von zwei neuen PIWI-Weißweinsorten sind dazu gekommen.

Im Anbau setzen wir weiterhin auf die Bildung von Pflanzengesellschaften im Unterstockbereich. Wilde Erdbeere hat sich hierbei als besonderes Balance-Element zu den nach oben strebenden „Lianen“ (Wein gehört zur Familie der Lianengewächse) herauskristallisiert. In den Zwischenzeilen haben wir eine eigene Mischung aus verschiedenen Kleearten, Kräutern und Phacelia ausgesät. Wird der Aufwuchs zu hoch, wird der Bestand in jeder zweiten Zeile mit der Fräse (ohne Zapfwellenbetrieb) einfach niedergewalzt. Auf diese Weise werden die am Boden lebenden Tierarten geschont und die Halme im Gegensatz zum Mähen lediglich (an-)gebrochen. Dadurch wird der Bestand eigentlich erhalten, die Konkurrenz mit den Reben um Nährstoffe und Wasser aber gleichzeitig niedrig gehalten. Im weiteren Jahresverlauf wechseln wir mit dem gleichen Arbeitsgang in die bis dato unberührten Zwischenzeilen. Lediglich entlang der Rebzeilen mulchen wir eine schmale Gasse von etwa 20 cm Breite frei. Alle erforderlichen Pflegearbeiten wie Anbinden, Ausbrechen von Trieben, Einschleifen usw. erledigen wir von den gewalzten Zwischenräumen aus.

Auf Pflanzenschutzmaßnahmen haben wir weiterhin bewusst verzichtet. Um die Pflanzen gesund zu erhalten und die Resistenz gegenüber pilzlichen Schaderregern zu stärken bzw. nicht zu brechen, haben wir im ganz frühen Entwicklungsstadium ein Biostimulans auf Basis von pflanzlichen Proteinen direkt an der Stockbasis ausgebracht. Im 5-Blatt-Stadium haben wir die Behandlung, dann aber im Sprühverfahren auf die Blätter, wiederholt. In den Sommer hinein wollen wir die tragenden Reben nach der Blüte dann zusätzlich mit Schachtelhalmextrakt stärken, den wir selbst aus Equisetum arvense, welcher bei uns am Waldrand in Massen wächst, herstellen.

Bisher zeigen die Reben keinerlei Symptome von Falschem oder Echtem Mehltau, den beiden Hauptkrankheiten an Wein. Allerdings wird sich durch die feucht-warme Witterung und das immense Wachstum der Reben der Krankheitsdruck nun verstärkt aufbauen, wir sind aber weiterhin zuversichtlich, dass unsere Maßnahmen insgesamt zu einem besseren ökologischen Gleichgewicht im Bestand führen und wir am Ende auch mit gesundem Lesegut im Herbst belohnt werden.



Herbst 2020:

Unsere Rebstöcke haben sich prächtig entwickelt! Auch wenn es während der Blüte eingangs Sommer eigentlich zu kalt und nass war, haben unsere SOLARIS-Zeilen tolle Trauben angesetzt. Um die noch recht jungen Reben nicht zu überlasten, haben wir kräftig ausgedünnt und maximal eine Traube an den Fruchtruten belassen – so haben wir nach dem Ausputzen Anfang September von 60 Stöcken immerhin noch 100 kg wunderbar gesundes Lesegut erhalten. Der reife SOLARIS brachte es auf stolze 90°Oe.

Dann kam die eigentliche Herausforderung: zukunftsweisend haben wir für den Aufbau unserer Kellerei natürlich für die späteren Jahre gleich in größeren Dimensionen geplant. Abbeeren und pressen der weißen Trauben waren kein Problem. Das Gären von nur 80 Liter Most im 300-L-Immervolltank funktioniert eigentlich auch ganz gut, aber die Temperaturkontrolle war unter den gegebenen Umständen nicht ganz optimal.

Trotz einer recht raschen Gärung brachten die Trauben einen wunderbar aromatischen Jungwein mit einer feinen Säure hervor. Dann aber haben wir einen entscheidenden Fehler gemacht: wir haben viel zu früh und zu scharf filtriert! Neben der Reduktion der Ausbeute (knapp 50 Liter nach dem Filtern) flachte der Wein zusehends ab und konnte praktisch nicht mehr gelagert werden – es war fast zum Heulen. Aber wir haben aus unseren Fehlern gelernt und werden es im kommenden Jahr eben besser machen!



Frühjahr 2020:

Inzwischen haben wir knapp 1.000 Rebstöcke in unserem Bestand, zuletzt hinzu kam eine PIWI-Neuzucht aus Weinsberg, die wir im Versuchsanbau betreuen. Hier müssen demnächst Erziehungsgerüste gebaut werden, dann ist auch diese Anlage komplett.

Nachdem die Reben ausgangs Winter sanft zurückgeschnitten wurden, haben die im 1. bzw. 2 Standjahr befindlichen Stöcke im April und Mai prächtig ausgetrieben. Alle Triebausbrucharbeiten sind schon erledigt. Nun gilt es, die Pflanzen zu beobachten und die notwendigen Anbindearbeiten durchzuführen, damit sich die jungen Reben in die vorgesehene Erziehungsform fügen.

Viel Arbeit macht das manuelle Entkrauten rund um die Stöcke und das vorsichtige Ausmähen in den Zeilen, um die beigepflanzten Bodendecker zu schonen.

Die bislang recht trockene Witterung lässt die in diesem Jahr neugepflanzten Reben nur langsam "ins Grün gehen" – aber wir haben ja Zeit!

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